Die Arbeit des neuen Volksrates unter Georg Schuhmann fand immer mehr Anerkennung. Inzwischen war sein Rückhalt in der Bevölkerung so groß, dass er seit dem 5. Februar 1919 auf Beschluss des Volksrates regelmäßige Bürostunden im Amtszimmer des Bürgermeisters im Rathaus abhielt. Daran wird deutlich, dass der Volksrat immer mehr die Politik des Ortes bestimmte und der Gemeinderat ins Hintertreffen geraten war.
Die politischen Verhältnisse hatten sich in Bayern immer mehr zugespitzt und am 21. Februar 1919 wurde in München der Ministerpräsident Kurt Eisner ermordet. Überall, nicht nur in Kolbermoor, wurden von den Volksräten außerordentliche Sitzungen einberufen. In Kolbermoor wurde dazu der Bürgermeister Bergmann eingeladen. Ihm teilte man mit, dass es eine „Misstimmung“ gegen ihn gebe und ihm wäre anzuraten zurückzutreten. Der Volksrat übernahm jetzt die Gemeindegeschäfte und Schuhmann wurde damit quasi zum 5. Kolbermoorer Bürgermeister.
Jetzt hatte der Volksrat volle Entscheidungsgewalt und die Aktivitäten nahmen rasant zu.
- Die Löhne der Gemeindeangestellten und -arbeiter wurden erhöht.
- Neue Arbeitsplätze wurden im Gemeindebereich geschaffen.
- Maßnahmen gegen die Ausbeutung von Lehrlingen wurden ergriffen
- Für den Erhalt von Lebensmitteln wurden Kundenkarten eingeführt.
- Die Kriegsinvaliden erhielten 100 DM.
- usw.
Wir gehen jetzt weiter zum Alten Friedhof. Das Grab von Georg Schuhmann befindet sich rechts vom Hauptgang nach ca. 100 Meter.