Station 2: Straßenschild „Schuhmannstraße“

Unser erster Hinweis auf die Kolbermoorer Räterepublik ist das Straßenschild „Schuhmannstraße“.

Wie kam es dazu, dass nach Georg Schuhmann, dem Kolbermoorer Volksratsvorsitzenden, eine Straße benannt wurde? Ein Blick in alte Stadtpläne von Kolbermoor beim Staatlichen Vermessungsamt in Rosenheim ergab, dass die Straße 1938 noch „Alpenstraße“ hieß, 1951 aber bereits „Schuhmannstraße“. Da während der Nazizeit eine Umbenennung nicht vorstellbar war, blieben nur die sechs Jahre zwischen 1945 bis 1951 übrig. Frau Zahl im Kolbermoorer Rathaus fand die entsprechenden Unterlagen:

Die Umbenennung erfolgte 1947 mit folgender Begründung:

„Herr Schuhmann, der in der Nachkriegszeit des 1. Weltkrieges infolge seiner demokratischen Gesinnung das Leben lassen musste, soll dadurch geehrt werden, dass die Straße seines Geburts- bzw. Wohnhauses seinen Namen erhält.“

Der Beschluss erfolgte einstimmig (SPD 7, CSU 6, KPD 2 Stimmen, zwei weitere Gemeinderäte waren abwesend).

Da auf dem Straßenschild nur „Schuhmannstraße“ steht, beantragte ich bei der Stadt ein Zusatzschild, damit geklärt ist, um welchen Schuhmann es sich handelt. Es sollte längere Zeit dauern, bis man sich dazu durchrang. Am 4. Mai 2002 wurde die kleine Zusatztafel angebracht, die man hier sieht.

„Vorsitzender des Volksrates vom 8. Januar bis 4. Mai 1919, von Freikorpsmitgliedern erschossen.“